Mit diesen 5 Denkfallen blockieren wir uns selbst (4)

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4.) Ich bin nicht so wichtig

Es ist wichtig, sich selbst und seine Bedürfnisse zu kennen. Oftmals lässt sich aber das Gegenteil beobachten: Für die Karriere werden die eigenen Bedürfnisse hintangestellt. Hierbei handelt es sich dann um die Denkfalle der Selbstverleugnung. Oft steckt dahinter die Überzeugung, nur selbst etwas wert zu sein, wenn es allen anderen gut geht und man selbst dafür sorgen muss. Menschen mit diesem Denkfehler stellen die Lebensinteressen ihrer Mitmenschen über die eigenen Bedürfnisse. Darüber hinaus verteidigen sie diese Denkweise mit allen Mitteln nach dem Motto: Was wäre diese Gesellschaft, wenn jeder nur noch an sich denken würde und keiner mehr an seine Mitmenschen?

Es geht nicht darum, jemanden zum Egomanen oder Hedonisten zu erziehen, sondern vielmehr darum, einen gesunden Egoismus zu entwickeln. Einen Egoismus, der es erlaubt, auf sich zu achten, sowohl psychisch als auch physisch gesund zu bleiben und es nicht allen recht machen zu wollen. Also auch mal nein zu sagen, wenn man etwas nicht will, nach Unterstützung fragen, wenn Beistand nötig ist. Im Modus der Selbstverleugnung haben wir Angst davor, dass uns oder anderen etwas Schreckliches passieren könnte, wenn wir uns nicht aufopfern. Wir könnten anecken und uns Feinde machen, vielleicht sogar unbeliebt werden oder Gegenwind bekommen, dem wir nicht standhalten können. Es mag viele tiefenpsychologische Gründe für die Selbstverleugnung geben wie etwa Glaubenssätze, Ängste, Prägungen oder traumatische Erfahrungen – gut tun sie alle nicht und führen Schritt für Schritt zur Selbstaufgabe.

Obwohl Menschen mit einer altruistischen Einstellung für eine Gesellschaft wichtig sind, erfahren sie zu wenig Wertschätzung. Es gibt Menschen, die mit ihrer Opferrolle so eng verbunden sind, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr kennen. Sie leben schon so lange in der Selbstverleugnung der eigenen Wünsche, dass sie den Kontakt zu sich selbst vollkommen verloren haben. Aus Forschungen zu den Themen Burnout und Resilienz wissen wir aber, dass Menschen besonders gut mit Krisensituationen umgehen können, wenn sie ihre eigenen Bedürfnisse kennen und sich ganz bewusst für Erfolge belohnen. Die persönliche Selbstwirksamkeit steigt also gerade dann an, wenn man sich nicht selbst verleugnet.

 

Beste Grüße
Rainer Winter

#crestcoming

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